"Kobe" (Koboldmoos, Buxbaumia viridis)
1. März 2009, 267 g, 22 cm, 8 Gelenke

Hier ist "Kobes" Geschichte: Es war Anfang März, der Schnee schmolz und enthüllte die ersten Knospen und grünen Moose. An einem sonnigen Tag machte ich einen Spaziergang im Wald und hörte plötzlich ein seltsames Geräusch. Ich sah mich um und fand ein sehr süßes Moos, das gerade versuchte, seinen rechten Fuß aus dem vereisten Schnee zu befreien. Er (das Moos) saß fest. Der Schnee, der ihn den Winter über bedeckt hatte, war geschmolzen und die warmen Sonnenstrahlen hatten ihn aufgeweckt. Nur sein Fuß war noch gefroren und mit Schnee bedeckt. Als er mich sah, erschrak er und stellte sich tot. Ich versuchte, ihn zu überzeugen, dass ich ihn nicht verletzen würde und dass ich ihm helfen könnte. Er blinzelte mit einem Auge. Dann bewegte er sich langsam und bat mich schließlich, ihm zu helfen. Nachdem ich ihn befreit hatte, war er recht zutraulich. Er wärmte sich in meiner Hand auf und erzählte mir, dass er hungrig war. Ich entschied mich, ihn mit nach Hause zu nehmen. Als Biologin konnte ich ihn als Buxbaumia viridis identifizieren, eine Moosart. Man kann diese Art auf Grund ihrer charakteristischen "Blüte" von anderen Moosen unterscheiden (hier ist ein Bild des charakteristischen Sporophyten). Da ist ein orangefarbener Stengel und eine grüne Kapsel mit einer orangefarbenen Spitze. Unglücklicherweise ist sein botanischer Name ziemlich lang und "Kobe" mag ihn nicht sehr. Er hörte nicht auf, sich über seinen Namen zu beschweren, also habe ich ihm einen Spitznamen gegeben. Der deutsche Name dieser Art lautet "Koboldmoos", damit war "Kobe" die erste Wahl. Er liebt seinen neuen Spitznamen. "Kobe" hat eine sehr süße orangefarbene gestickte Nase und grüne gefilzte Ballen an Händen und Füßen. Sein strähniger blaß grau-grüner Mohair sieht feucht aus, wie vollgesaugtes Moos. Seine Schnauze, Sohlen und Handflächen sind gezupft. Er hat acht Pappscheibengelenke, sodass er seine Beine, Arme, Hände und seinen Kopf bewegen kann (ein doppeltes Halsgelenk sorgt hier für zusätzliche Mobilität). Schafwolle und Stahlgranulat in seinen Füßen und seinem Bauch geben ihm Form und Gewicht. So kann er ganz gut frei stehen. Seine kurzen Beine machen ihn ziemlich klein und moosartig.

"Kobe" liebt Schokolade und er ist frech genug, ein Stück Schokolade zu stibitzen, wenn niemand zusieht. Also nicht wundern, wenn Sie sich ein bisschen Schokolade geholt haben und ein Stück fehlt, nachdem Sie noch etwas anderes holen gegangen sind. Zuerst wird er es nicht zugeben. Sie müssen ein bisschen streng sein und ihm sagen, dass Sie Lügen hassen, dann wird er seine Tat zugeben und sich entschuldigen. Weiterhin scheint er auch gerne mal ein bisschen am Kaffee zu nippen. Besonders Kaffee mit Flavour, Zucker und Milch scheint ihn magisch anzuziehen. Aber seihen Sie vorsichtig, er darf wirklich keinen Kaffee bekommen! Er wird fürchterlich hibbelig auf Koffein und ist dann wirklich unerträglich. Entkoffeinierter Kaffee ist allerdings in Ordnung. Alles in allem braucht "Kobe" viel Liebe und Zuneigung. Er muss oft in die Arme genommen werden und liebt es, sich in eine Hand zu kuscheln.

"Kobe" wohnt jetzt in Österreich bei seiner neuen liebevollen Mami, Nicole. Dort gehört er nun zu Nicoles kuschliger kleiner Familie.

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